Fertigfutter - Was Du wissen solltest


Trockensubstanz richtig berechnen

Manchmal kann man sich zwischen Nass- und Trockenfutter nicht entscheiden. Da schaut man sich die sogenannten Analytischen Bestandteile an und oft sind die Protein- und Fettwerte beim Trockenfutter viel höher. Aber warum ist das so? Kann man die Werte von TroFu und NaFu so einfach eins zu eins vergleichen?

 

 

 

Eine klare Antwort: Nein!

Lasst uns zusammen die Definitionen anschauen und die Werte richtig vergleichen!

Frischmasse und Trockensubstanz

 

In der Deklaration von Trockenfutter (für Hunde oder Katzen) beziehen sich die Werte in der Zusammensetzung und in den Analytischen Bestandteilen immer auf die Trockensubstanz (TS). Es geschieht, weil alle Zutaten, bevor sie in Brocken zusammengepresst werden, getrocknet werden. Das heißt aus Frischmasse wird das Rohwasser entzogen.

 

Bei der Deklaration von Nassfutter ist der Vorgang ganz anders. Alle Werte auf der Packung entsprechen den Werten von Frischmasse oder Frischsubstanz (FS).

 

Bei der Deklaration von Trockenfutter darf der Hersteller den Wert von Feuchtegehalt nicht angeben, wenn er unter 10 % liegt. Herkömmliche Futtermittel weisen in der Regel zwischen 7 und 10 % Wasseranteil. Im Gegensatz, muss der Wassergehalt von Nassfutter immer deklariert sein. Durchschnittliche Werte liegen zwischen 70% - 80 %. Um Nass- und Trockenfutter vergleichen zu können, müssen die Werte für Rohprotein und Rohfett auf Trockensubstanz umgerechnet werden.

 

Beispielrechnung

 

Als Beispiel für NaFu und TroFu Vergleich nehmen wir "Pferd & Rind Nassfutter" und "Pferd & Rind Trockenfutter" - beide Futtermittel gehöhren zu der gleichen Marke.

 

Analytische Bestandteile:

TroFu: Rohprotein - 31%; Rohfett - 18%; Rohasche - 8,5%; Rohfaser - 3,2%; Feuchtegehalt - 10%

NaFu: Rohprotein - 10,2%; Rohfett - 5,4%; Rohasche - 2%; Rohfaser - 0,4%; Feuchtegehalt - 75%

 

Als erstes berechnen wir den Anteil an Stickstofffreie Extraktstoffe (NfE) oder Kohlenhydraten:

TroFu: NfE = 100% - Rohprotein - Rohfett - Rohasche - Rohfase - Feuchtegehalt =  29,3 %

NaFu:  NfE = 100% - Rohprotein - Rohfett - Rohasche - Rohfase - Feuchtegehalt =  7 %

  

Umrechnung Nassfutter:

 

Zuerst berechnen wir Trockensubstanz des Futter im Allgemeinen:

 

TS = 100% - Feuchtegehalt = 100% - 75% = 25% (mit diesem Wert berechnen wir die restlichen Komponenten)

 

Als nächstes berechnen wir alle Komponente wie folgt:

 

Rohprotein (TS) = Rohprotein / TS * 100 = 10,2 / 25 * 100 = 40, 8%

Rohfett (TS) = Rohfett / TS * 100 = 5,4 / 25 * 100 = 21,6%

Rohasche (TS) = Rohasche / TS * 100 = 2 / 25 * 100 = 8 %

Rohfaser (TS) = Rohfaser / TS * 100 = 0,4 / 25 * 100 = 1,6%

NfE (TS) = NfE / TS * 100 = 7 / 25 * 100 = 28%

 

Um zu prüfen, ob die Berechnung richtig ist, sollen obere 5 Werte in der Summe 100 ergeben.

 

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Arten des Fertigfutters - Einfach Erklärt!

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Foto: Wuff & Meow - Fertigfutter

Im Futtermittelrecht sind zwei wichtige für jeden Tierbesitzer Definitionen gesetzlich verankert. Das sind Einzelfuttermittel und Mischfuttermittel. Vielleicht fragst Du dich an dieser Stelle: Na und?! Hier ist doch alles klar! Die Begriffe sind doch selbsterklärend! Ich hatte so einen Gedanken auch, wenn ich mich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigte.  Beim Lesen von Futtermittelgesetz wurde mir leider klar, dass ich

naive war.

 

Ich versuche Dir kurz und knapp zu erklären, was diese Begriffe bedeuten, in welche Unterkategorien sie sich unterscheiden und wie Du Dein erworbenes Wissen z.B. im Tierbedarfsladen einsetzen kannst.   

 

Einzelfuttermittel

Einzelfuttermittel sind einzelne Stoffe, die zu Tierernährung bestimmt sind. Diese Stoffe können unverarbeitet, verarbeitet, zubereitet oder bearbeitet sein. Wichtig! Einzelfuttermittel können mit oder ohne Futtermittel-Zusatzstoffe sein.

 

Man könnte sich vorstellen, dass wenn Einzelfuttermittel gemeint ist, bedeutet es, dass z.B. Einzelfuttermittel „Rind Pur“ mit Beschreibung „100% Rindfleisch“ nur aus Rindmuskelfleisch besteht. In 90 % der Fälle stimmt das nicht! Einzelfuttermittel besteht nicht nur aus einer Komponente, sondern aus einheitlichen Ausgangsprodukten. Beim unseren Beispiel, heißt es „100% Rindfleisch“ enthält Muskelfleisch, Pansen, Herzen und andere Rindteile.  Jedoch können Einzelfuttermittel aus mehreren Pflanzen- oder Tierarten bestehen. Zum Beispiel Fischmehl aus verschiedenen Fischarten.

 

Mein Favorit beim Einzelfuttermittel sind Fleischdosen von Lunderland. Reine Fleischdosen entsprechen meiner Vorstellung über Einzelfuttermittel, und zwar wenn drauf „100% Muskelfleisch vom Rind“ steht, enthält diese Dose genau 100 % Muskelfleisch.

 

Es gibt natürlich kuriose Fälle mit Einzelfuttermitteldeklaration. Zum Beispiel, ein Fertig-BARF-Anbieter bezeichnet sein Produkt als Einzelfuttermittel obwohl der Mischung 70 % aus Rindfleisch und Innereien und 30 % aus verschiedenen Gemüse und Obst besteht.

 

Mischfuttermittel

Die zweite Kategorie vom Futter, nämlich Mischfuttermittel, besteht aus mindestens zwei Einzelfuttermitteln! Genau wie vorher, dieses Futtermittel kann Zusatzstoffe enthalten. Offiziell gemäß § 3 Nr. 12 LFGB unterteilt sich Mischfuttermittel im 3 Unterkategorien. Einer dieser Begriffe muss auf jeden Produkt, der zum Ernährung des Tieres bestimmt ist, deutlich gekennzeichnet.

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