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Vitamine für Hund und Katze: was brauchen sie eigentlich?!

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Wie wichtig sind die Vitamine eigentlich?

Überleg Dir, wie oft Du schon in der kalten Jahreszeit in die Apotheke auf der Suche nach wertvollen Dragees gewesen bist … in der Hoffnung Stress, endlose Erkältungen und chronische Müdigkeit loszuwerden und den Körper mit der Energie zu füllen und von „Winterschlaf“ zu wecken?

 

Eigentlich sind die Zusätze nicht nur für die menschliche Gesundheit wichtig. Spiellust, Neugier und Aktivität unser Vierbeiner lässt sie täglich eine Menge Energie zu verbrauchen und diese muss ständig nachgefüllt werden.

 


Vitamine in der Ernährung: Wie viel Hunde und Katzen wirklich brauchen?

Tierärzte und Ernährungswissenschaftler bestätigen eine einfache Wahrheit: auch eine vollständig ausgewogene Ernährung nicht immer entspricht den Bedürfnissen der wachsenden und stark ausgelasteten Körper der Hunde und Katzen. Vor allem beim Hunde barfen, sollte man auf die Vitamine aufpassen. Wie viele Vitamine ausgewachsene Hunde und Katzen brauchen, kannst Du mit Hilfe unser Bedarfswertrechner berechnen!

 


Typen von Vitaminen

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Wasserlösliche Vitamine werden in kleinen Mengen im Körper gespeichert. Das Risiko von Überdosierung ist sehr gering, da diese aus dem Körper ausgeschieden werden.

 

Fettlösliche Vitamine werden in Magen-Darm-Trakt absorbiert. Sie werden im Leber gespeichert. Fettlösliche Vitamine werden bei Bedarf von Körper verbraucht. Wenn aber zu viele diese Vitamine ankommen, werden sie weiter gespeichert und das erhöht das Risiko von Überdosis.

 


Vitamin A (Retinol)

 

Vitamin A oder Retinol ist ein fettlöslicheres Vitamin und sehr wichtiger Bestandteil der Ernährung, der notwendig für die zuverlässige Funktion von Immunsystems der Hunde und Katzen ist. Dieses Vitamin ist für die Tiere im Wachstum oder während der Fortpflanzung wichtig. Vitamin A gewährleistet die normale Funktion der Speicheldrüsen, Gesundheit von Haut und Fell und richtige Knochenentwicklung. Sehkraft und Nierenfunktion wird auch von Retinol unterstützt. Es ist auch für die Regulierung von Speichel- und Tränendrüsen verantwortlich. Wiederauffüllen von Retinol im Körper erhöht der Resistenz gegenüber verschiedenen Krankheiten und Infektionen. Die Katzen können pflanzliches Vitamin A (Beta-Carotin) nicht verwerten.

 

Mangel

 

Eine Unterversorgung kann auf Dauer zu Unfruchtbarkeit, Infektionsanfälligkeit, Knochenentwicklungsstörung, Sehkraftstörungen und Bindehautentzündungen. Bei Welpen kann der Mangel zu Entwicklungsstörungen führen.

 

Überversorgung

 

Zwar liegt Vitamin-A Toleranz bei Hunden ziemlich hoch, aber man kann schnell in Überversorgung geraten (z.B. bei Leberfütterung). Anzeichen von Überdosierung sind Appetitlosigkeit, geringe Gewichtzunahme, Schmerzen in den Gelenken. Bei ungeborenen Welpen kann Überversorgung der Hündin zu Missbildungen führen. Die Toleranz zu Vitamin A liegt bei Katzen noch höher als bei Hunden. Es gilt aber für jede Tierart – fettlösliche Vitamine mit Vorsicht genießen!

 

Natürliche Quellen

 

Tierische Lebensmittel: Leber und Lebertran, Blut, Eier, Milch und Käse.

 

Pflanzliche Lebensmittel: Karotten, Spinat, Brennesel, Petersille, Brokkoli, Kohl und Süßkartoffel.

 


Vitamin B

 

Die Gruppe von Vitaminen B sind wasserlösliche Vitamine und werden im Körper nur in kleinen Mengen gespeichert. Diese Vitamine sind für das Wachstum, Stoffwechsel, Bildung von Blut und fortpflanzliche Funktionen sehr wichtig.

 

Vitamin B1

 

Dieses Vitamin wird auch Thiamin genannt und spielt eine gravierende Rolle im Kohlenhydraten Stoffwechsel. Es sorgt für normale Funktionen des Magen-Darm-Traktes, Nervensystems und der Muskeln. Thiamin ist sehr hitzeempfindlich!

 

Mangel

 

Appetitlosigkeit, Nervenerkrankungen, Muskelschwäche.

 

Überversorgung

 

Da Vitamin B1 wasserlöslich ist, wird überflüssige Menge einfach aus dem Körper ausgeschieden.

 

Natürliche Quellen

 

Mageres Rindfleisch, Gemüse, Milch, Eigelb, Fisch, Produkte aus Vollkorn

 

Vitamin B2

 

Riboflavin ist sehr wichtig für Fett- und Proteinstoffwechsel. Es ist für gesunde Haare, Krallen und Haut verantwortlich.

 

Mangel

 

Gespaltene Krallen, schuppige Haut, fettige Haare, Gewichtverlust, rote Augen, vermehrtes Haaren.

 

Natürliche Quellen

 

Fisch, Joghurt, grünes Gemüse, Leber, Niere, Eier

 

Vitamin B3

Niacin spielt eine wichtige Rolle bei Fettstoffwechsel und ist für gesunde Verdauung verantwortlich.

 

Mangel

 

Durchfall, Hautprobleme, Demenz. In Extremfällen kann Mangel zum Tod führen. Mangel entsteht gleichzeitig mit B1, B6 und Folsäure-Mangel.

 

Natürliche Quellen

 

Bierhefe, Fisch, Fleisch, Leber, Eier, Geflügelfleisch, Weizenkleie

 

Vitamin B5

Pantothensäure ist sehr wichtig, da sie bei Wundheilung, Zellaufbau, Wachstum und Entwicklung des Körpers hilft. Dieses Vitamin ist extrem wichtig für die Umwandlung von Fett und Zucker in Energie.

 

Mangel

 

Eher unwahrscheinlich. Gastritis, Haarausfall, frühzeitiges Ergrauens

 

Natürliche Quellen

 

Fleisch, Innereien, Herz, Weizenkleie, Nüsse, Bierhefe

 

Vitamin B6

Pyridoxin spielt eine aktive Rolle bei Eiweißstoffwechsel und Fettaufnahme. Vit B6 ist erforderlich für die Bildung von Salzsäure und damit sehr wichtig für der Magen-Darm-Trakt Funktion. Ohne B6 kann der Körper Vitamin B12 nicht richtig aufnehmen.

 

Mangel

 

Anorexie, Anämie, Wachstumsstörungen

 

Natürliche Quellen

 

Leber, Eier, Bierhefe, Weizenkleie, Fisch

 

Vitamin B12

Cobalamin ist einziges wasserlösliches Vitamin, das vom Körper gespeichert wird. Es ist wichtig für das Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate zu verwerten. Dieses Vitamin wird im Magen durch Salzsäure absorbiert

 

Mangel

 

Müdigkeit, Störungen des Nervensystems, Appetitlosigkeit

 

Natürliche Quellen

 

Innereien, Fleisch, Milch, Käse, Bierhefe

 

Folsäure

Folsäure ist wichtig für Wachstum und Bildung von Blutkörperchen. Es steigert Schutzfunktionen des Körpers gegen Darmparasiten und Vergiftungen von Lebensmittel.

 

Mangel

 

Gewichtverlust, geschwollene Zunge

 

Natürliche Quellen

 

Niere und Leber, Spinat, Eigelb, Karotte, dunkelgrünes Gemüse

 


Vitamin C

 

Vitamin C oder Ascorbinsäure ist in den Stoffwechselprozessen im Körper der Hunde und Katzen beteiligt. Es ist notwendig für die Bildung von Kollagen, der ein Bestandteil des Basismaterials von Gefäße und Bindergewebe ist. Es wird auch für die Synthese von Kortikosteroiden in den Nebennieren, die den Stoffwechsel von Schwefel und Eisen im Körper beeinflussen, die Toxine und Gifte deaktivieren und eine Antioxidantien Wirkung haben. Vitamin C hilft die Eisenaufnahme im Darm zu verbessern und wirkt auf die antitoxische Funktion der Leber. Es hat auch einen großen Einfluss auf den Widerstand des Körpers gegen Infektionen.

 

Vitamin C wird als Immunstimulans, Antioxidans und Antihistaminikum bezeichnet, wirkt entgiftend, verbessert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und Stress-Resistenz. Es hat eine anti-sklerotische und wundheilende Wirkung. Vitamin C hilft die Struktur von Knochen und Knorpel zu erhalten und wiederherstellen, verbessert die Funktion von Leber und Hormondrüsen, beschleunigt die Wund- und Knochenheilung, hilft den allgemeinen Körperzustand zu verbessern.

 

Eigentlich können Hunde und Katzen dieses wasserlösliche Vitamin selber herstellen. Aber heutzutage ist der Alltag viel stressiger als vor hundert Jahren. Deswegen ist es empfehlenswert Vitamin C zu verabreichen. Vor allem bei Infektionskrankheiten und Gelenkbeschwerden.

 

Mangel

 

Schlechte Wundheilung, Müdigkeit, Krankheitsanfälligkeit, Anämie, Blutungen

 

Überversorgung

 

Bei Hunden wurde Überdosierung mit Vitamin C wissenschaftlich nicht festgestellt. Bei Katzen allerdings kann Überversorgung zur Bildung von Blasensteinen führen.

 

Natürliche Quellen

 

Hagebutten, Petersilie, Paprika, Brennnessel, Karotten, Zitrusfrüchte

 


Vitamin D

 

Die wichtigste Rolle von Vitamin D, wie von Vitamin A, ist das Wachstums der Hunde und Katzen zu unterstützen. Es fördert auch das Speichern von Calcium und Phosphor im Körper, wodurch es bei der Bildung von Knochengewebe, dem Skelett und den Zähnen teilnimmt. Insbesondere beschleunigt es die Absorption von Calcium und Phosphor im Dünndarm, reguliert die Ausscheidung von Ca und Ph durch die Nieren, kontrolliert den Gehalt von beiden Mineralien in Knochen und beschleunigt den Calcium- und Phosphorstoffwechsel. Vitamin D ist eine der wichtigsten Vitamine, insbesondere für die Welpen und Tiere im Wachstum.

 

Mangel

 

Rachitis bei Welpen, Osteoporothe bei erwachsenen Tieren

 

Überversorgung

 

Hyperkalzämie - eine Anhebung von Calciumkonzentration im Blut, Wachstumsstörungen, Gebissmissbildungen, Nierensteine, Herzrythmusstörung

 

Natürliche Quellen

 

Fisch, Lebertran, Eier, Käse, Milch, Leber

 


Vitamin E

 

Erstens wird Vitamin E bei Hunden und Katzen für den Zellstoffwechsel (Zellatmung, Metabolismus von Nukleinsäuren) benötigt. Und zweitens, besitzt Vitamin E eine antioxidative Wirkung, die Oxidation von ungesättigten Fettsäuren hemmt.

 

Vitamin E hat folgende Funktionen:

  • Regulierung von Kohlenhydrat- und Kreatin Stoffwechsel
  • Glykogen Stoffwechsel in dem Muskelgewebe
  • Regulierung der Entwicklung und Funktion von Geschlechtsorganen
  • Regulierung von Hormonstoffwechsel
  • Stimulation der Antikörperbildung
  • ein Antioxidationsmittel in den Zellstoffwechsel

Mangel

 

Muskelschwäche, Immunschwäche, Gewichtverlust, erhöhte Unfruchtbarkeit, Hautprobleme

 

Überversorgung

 

Die Wirkungen von Überdosierung sind bis jetzt unbekannt

 

Natürliche Quellen

 

Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Erdnüsse, Walnüsse, Äpfel, Paprika, Löwenzahnblätter

 


Taurin

 

Diese essenzielle Beta-Aminosulfonsäure ist für den gesamten Stoffwechsel bei Katzen sehr wichtig. Katzen können zwar in kleinen Mengen Taurin selbst synthetisieren, beziehen es zum größtem Teil aber aus Beutetieren. Bei Katzen kann Taurin Mangel, im Gegenteil zu Hunde, sehr schnell auftreten.

 

Taurin hat folgende Funktionen:

  • Mineralientransport
  • Herzstoffwechsel
  • Fettverdauung
  • Immunsystem
  • Flüssigkeitshaushalt in Muskelzellen
  • Augen- und Gehirnstoffwechsel
  • Fruchtbarkeit
  • Insulinspiegel

Mangel

 

Augenprobleme (bis zur Blindheit), Unfruchtbarkeit, Herzproblemen, Stoffwechselproblemen

 

Überversorgung

 

Die Wirkungen von Überdosierung sind bis jetzt unbekannt

 

Natürliche Quellen

 

Lachs, Grünlippmuschel, Pute, Herz, Leber

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Hanna Adams (Montag, 29 Oktober 2018 13:40)

    Danke für die Informationen zu Vitaminen, die Haustieren brauchen oder eben nicht brauchen. Mein Cousin war mit seinem Hund beim Tierarzt und gibt seinem Hund jetzt Vitamin B12, weil der Hund nicht mehr gefressen hat. Die Liste mit den Vitaminen und wie man einen Mangel erkennt, werde ich ihm weiterempfehlen!
    LG
    https://www.tierklinik-meidling.at/kontakt/unsere-leistungen-fur-1050-wien