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Grundlagen für Artgerechte Hundeernährung

Gesunde Hundeernährung-BARF-Tierernährungsberatung

Unsere Hunde stammen von Wölfen und sind eigentlich Fleischfresser (Karnivore). Obwohl reine Fleischfresser sind Wölfe als auch unsere Hunde nicht: immerhin fressen sie auch das Mageninhalt ihrer Beute als auch verspeisen sie gelegentlich Beeren und runtergefallenes Obst. Das Gras und Blumen werden auch immer wieder gepflückt. Das Grass dient oft als natürliches Magen-Darm "Reinigungsmittel". 

 

Also wenn wir die Ernährung unserer Hunde gesund und naturnah gestalten wollen, welche Zutaten dürfen in den Napf rein? In diesem Artikel habe ich einzelnen Komponenten für eine gesunde Mahlzeit des Hundes aufgelistet:

Fleisch

Diese Gruppe stellt der größte Anteil der Ration des Hundes dar. Unter "Fleisch" versteht man hier Muskelfleisch, Kopffleisch, Zunge usw. Oft neigen die Hundebesitzer eher mageres Fleisch zu füttern. In dem Fall wird vergessen, dass eigentlich Fett als Energielieferant viel besser geeignet ist als Protein. Deswegen raten Ernährungsexperten Fleisch mit höherem Fettanteil zu füttern [1]. Natürlich, gilt das nicht für jeden Tier (bei Übergewicht und manchen Krankheiten sollte Futterration überprüft und entsprechend angepasst werden). Es gibt unzählige Fleischsorten, die Du füttern kannst. Ganz klassisch gibt es Rind, Huhn, Pute, Ente, Ganz oder Ziege. Etwas seltener werden Lamm, Wild und Kaninchen verfüttert, weil diese Sorten kostspieliger sind. Pferdefleisch darf man auch verfüttern. Ich rate immer eine Fleischsorte aufzuheben, für den Fall einer Futterunverträglichkeit und darauffolgende Ausschlussdiät. Deswegen wurde bei mir Pferdefleisch noch nie eingesetzt.

Innereien

Das Erstellen eines artgerechtes Futterplanes kann ich mir ohne Zugabe von Innereien nur schwer vorstellen. Die Organe enthalten viele verschiedene lebenswichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Mit anderen Fleischsorten kann man sie nicht einfach ersetzen. In dem Fall müsste man mit den großen Mengen von Supplementen arbeiten. Die positiven Eigenschaften von Innereien führen aber nicht dazu, dass Muskelfleisch durch Innereien ersetzt wird. Die Vitamin- und Mineralienbomben soll man mit Vorsicht genießen, d.h. nicht mehr als 10% des Rations sollte aus Innereien bestehen.

 

Folgende innere Organe dürfen verfüttert werden:

  • Leber hat die Aufgabe die Giftstoffe und Stoffwechselnebenprodukte abzubauen und auszuscheiden. Sie wird nicht um sonst ein Entgiftungsorgan genannt. Die Nährstoffe, wie Vitamin A und D, Zink, Kupfer, Selen, Vitamin B2 und B12 sind  in Leber zu finden. Außer positive Wirkung, kann Leber in großen Mengen abführend wirken. Die Experten sagen, 1 gram Leber per 1 kg Körpergewicht wird gut vertragen. Also an den 30 kg schweren Hund darf nicht mehr als 30 gram Leber am Tag verfüttert werden. Jeden Tag muss sie aber nicht auf dem Speiseplan stehen. Bei Überfütterung von Leber entsteht das Gefahr vom Vitamin A Überversorgung.  Bei "Knochenkot" oder Verstopfung, in Gegenteil, kann die abführende Eigenschaften von Leber genutzt werden. 
  • Nieren sind auch Entgiftungsorgane. Sie sind eiweißreich und fettarm, enthalten viel Natrium, Kalium und Eisen, aber auch Vitamine B2 und B12. Die Niere wird oft nicht gerne gefressen. Also gelegentliches Beifüttern in kleinen Mengen ist unbedenklich.  
  • Milz ist für die Blutbildung verantwortlich. Deswegen enthält sie sehr viel Eisen und Kupfer. Die Milz ist ein schwerverdauliches Organ und deswegen nicht so wertvoll für den Körper.
  • Lunge ist gut geeignet für die Hunde, die auf ihre Linie achten sollen. Lunge ist sehr fettarm, enthält aber dafür mäßig Protein und Eisen. Getrocknete Lunge als Leckerli eignet sich  super als Ersatz für herkömmliche Belohnung.
  • Herz besteht aus wertvollem fettarmem Muskelfleisch. Es ist reich an Kalium und Taurin. Deswegen sollte es nicht oft verfüttert werden, da Überversorgung an Taurin und Purin nierenschädlich sein kann.
  • Pansen/Blättermagen steht sehr gerne auf dem Speiseplan von Vierbeiner. Es ist zwar ein inneres Organ, besteht aber hauptsächlich aus Muskelfleisch, Fett und Rohfaser. Bei rohfaser ist der Inhalt von Pansen gemeint. Das Ca:Ph Verhältnis von Pansen ist nahe zu ideal - im 100 gram Pansen sind 12 mg Kalzium und 13 mg Phosphor. Pansen soll am besten ungeputzt verfüttert werden, da der Inhalt wichtige Bakterien enthält, die die Verdauung fördern. 

Knochen

Knochenfütterung ist ein umstrittenes Thema. Es gibt bei Hundebesitzern ziemlich viele Sorgen und Bedenken darüber. Die Knochen sind also mit Vorsicht zu genießen. Röhrenknochen sollen grundsätzlich vermieden werden, da sie splittern können. Am besten bietest Du deinem Vierbeiner Fleischknochen, Rippen oder Knorpel an. Putenhälse eignen sich hervorragend. Die kleinen Knochen wie Hühnerhälse, Flügel oder Schenkel sollten gewolft sein, vor allem wenn Dein Hund ein Schlinger ist. Wichtig! Knochen dürfen nur roh verfüttert werden! Lasse Deinen Hund nie ohne Aufsicht beim Knochenfressen!

 

Wenn Du Dir es gar nicht zutraust Knochen zu füttern, solltest Du unbedingt über die Alternativen zu Kalziumversorgung nachdenken.

Gemüse

Eigentlich kannst Du fast jede Sorte von Gemüse Deinem Hund geben. Und am besten Roh! Grundsätzlich gilt es je grüner, desto gesünder. Du sollst aber Deine Gemüse immer gut pürieren. In diesem Zustand werden die Gemüse gut aufgenommen und verdaut. Manche Gemüsesorten, z.B. Blumenkohl oder Brokkoli, koche ich vor. 

 

Gemüse sind sehr wichtig in der Ernährung, weil sie wertvolle Enzyme und Ballaststoffe enthalten.

Getreide

Viele Ernährungsexperten streiten um das Thema "Getreide" im Hundefutter. Meiner Erfahrung nach ist es manchmal sinnvoll Getreide beizugeben, manchmal sogar schädlich. Natürlich hängt viel von der Menge und Qualität des Produktes ab. Auf keinem Fall soll Getreide der Hauptbestandteil der Ration sein. Es ist ausreichend wenn 10-20 % verfüttert werden. Getreide sollte auch abwechselnd gegeben werden. Immerhin gibt es so viele Sorten: Vollkornflocken, Hirse, Buchweizen, Reis usw. 

Obst

Bei Obst ist es genauso wie bei Gemüse... es sollte roh sein! Man sollte aber nicht übertreiben, da Obst viel Fruktose, also Zucker, enthält. Sonst gibt es keine weiteren Bedenken beim Verfüttern von Äpfel und Co.

Milchprodukte

Wenn es um Milchprodukte geht, spalten sich oft die Meinungen... Erwachsene Tiere leiden in der Regel an Laktoseintoleranz, was oft zu unerwünschten Auswirkungen führt. Mein Labrador Gotham hat schon seit er Welpe war immer wieder Milch bekommen. Er hat quasi diese Toleranz gar nicht verloren und freut sich immer über ein Schusselchen  Milch. 

 

Verschiedene Käsesorten enthalten entweder gar keine Laktose, oder sehr sehr wenig davon. Also Zugabe von harten Käsesorten als auch vom Hüttenkäse sind völlig unbedenklich und auch empfehlenswert. Welcher Hund freut sich nicht auf Leckerli aus gutem Emmentaler?!

 

Quark und Joghurt sind auch wertvolle Ergänzungen zum Futter. Quark mit höherem Fettanteil hilft uns die Energiebedarf zu decken. Dazu enthält er viele Vitamine Gruppe B, Kalzium und wichtige Aminosäuren.  Beim Quark und Joghurt würde ich mich langsam ran tasten ob mein Tierchen es gut verträgt.   

Leckerli

In der täglichen Ration fast jedes Hundes gibt es kleines Plätzchen für Leckerlis. Egal ob als Belohnung, für das Training oder einfach zwischendurch bekommen unsere Vierbeiner immer wieder was. Als Leckerlis eignet sich gut, z.B. klein geschnittenes Obst, Käsewürfel, getrocknetes Fleisch, oder auch Produkte, über deren Zutaten und Qualität Du Dir sicher sein könntest.

Wie viele Tierbesitzer können genau sagen, wie viel Leckerlis ihr Hund am Tag bekommt? Meine Erfahrung nach, sehr wenige. Vor allem bei den Hunden, die zur Übergewicht neigen, ist es wichtig solche Sachen zu wissen. Natürlich spielt die Qualität der Leckerlis auch eine gewisse Rolle und leistet den Beitrag zur allgemeinen Gesundheit des Tieres. Man würde nie ein billiges Futter kaufen, nimmt aber immer wieder billige Päckchen mit nach Hause. Mich haben immer  die Preise für die Leckerlis an sogenannten "Futterbars" gewundert: Was soll da drin sein, wenn es ein Kg schon für 2,99 € zu kaufen gibt.

Ich bin der Meinung, dass bei einer vernünftigen Ernährung des Hundes, sollten Gifte in Form von Leckerlis komplett vermieden werden.      

 

 

* [1] Swanie Simon. BARF Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Auflage 6. 2014 

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